Warum du „Nein“ vermeiden solltest

Warum du „Nein“ vermeiden solltest

Sicher kennst du die Situationen in denen dein Hund Beschäftigungen nachgeht, die du nicht akzeptieren möchtest. So zum Beispiel, wenn dein Hund völlig selbstlos die frisch eingesetzten Blumenzwiebeln aus der Erde befreit, der Wäsche von der Leine hilft, oder kontrolliert, ob du den  Müll richtig sortiert hast und diesen im Wohnzimmer verteilt.

In diesen Situationen kommt vielleicht auch dir ein scharfes „Nein“ über die Lippen. Ziel ist es meist, dass der Hund sein Verhalten sofort abbricht. Prinzipiell kannst du dir natürlich jedes Wort unter Signal stellen, jedoch wird das „Nein“ meist lediglich als Ankündigung einer Strafe unbewusst aufgebaut. Doch ist diese Art des Verhaltensabbruchs sinnvoll? Lernt dein Hund hierbei das gezeigte Verhalten zukünftig zu unterlassen? Gibt es vielleicht konstruktivere Methoden ein unerwünschtes Verhalten abzubrechen?

Bevor wir diese Fragen beantworten klären wir zunächst erst einmal die Frage nach Abbruchsignalen. Was ist ein Abbruchsignal?

Abbruchsignale

Abbruchsignale sind Signale, die das aktuelle Verhalten deines Hundes sofort unterbrechen. Wenn man es genau nimmt ist also jedes x beliebige Signal ein Abbruchsignal, weil die Ausführung dessen in jedem Fall das aktuell gezeigte Verhalten deines Hundes beendet. So kann also beispielsweise ein Sitz, Rückruf oder warte ebenso als Verhaltensabbruch genutzt werden.

Was aber ist nun der Unterschied zwischen den besagten Signalen und dem „Nein“, wenn doch alles Abbruchsignale sind?

Nein – lass das!

Nehmen wir Folgendes an – dein Hund klaut deine Schuhe und nagt nun genüsslich an ihnen herum. Brichst du jetzt das Verhalten mit einem „Nein“ ab, unterbricht dein Hund im Idealfall die ungewünschte Nagerei, wird sich jedoch, wenn du an der Situation nichts veränderst, postwendend wieder der Schuhverstümmelung widmen.

Warum ist das so?

Ein „Nein“ wird meist durch unangenehme Reize für den Hund aufgebaut. Es kündigt also eine unangenehme Konsequenz für deinen Hund an. Solche Konsequenzen können sein:

  • du schimpfst mit deinem Hund
  • du nimmst ihm etwas weg (Schuhe, Spielzeug der Kinder, …)

Immer, wenn du deinem Hund nun ein „Nein“ zuwirfst implizierst du bei ihm damit negative Gefühle, was unweigerlich Frust nach sich zieht. In Hundebegegnungen kann das dann schließlich die Initialzündung für eine Eskalation sein. Im Falle der Schuhnagerei kann dein Hund nach einem „Nein“ nur noch heftiger in deine Schuhe beißen, damit weglaufen, dich anbellen, durch die Wohnung jagen, dich anspringen, …

Das kommt daher, dass dein Hund nach dem „Nein“ meist frustriert ist und keinen Ausweg aus der aktuellen Situation weiß. Seine Erregungslage steigt meist an, was wiederum ein Fehlverhalten sehr wahrscheinlich werden lässt, das wiederum lässt dich verzweifeln und noch massiver schimpfen, was den Frust bei deinem Hund nicht minimieren wird. Teufelskreis!

Der Knackpunkt beim „Nein“ ist, dass Dein Hund zwar weiß, dass er das gezeigte Verhalten abbrechen sollte, weil er sonst mit einer STRAFE (schimpfen, ….) rechnen muss. Was er jedoch nicht weiß ist was er STATT DESSEN tun soll. Wie er sich alternativ verhalten soll.

Alternativen anbieten 

Dass jedes Signal ein Abbruchsignal ist haben wir eingangs bereits geklärt. Wenn du statt des „NEINs“ nun ein beliebiges anderes, zur Situation passendes Signal als Verhaltensunterbrecher nutzt kannst du also eine Vielzahl an Vorteilen für dich nutzen. Zum einen sind „Sitz und Co.“ (hoffentlich) positiv aufgebaut und implizieren somit positive Gefühle bei deinem Hund, zum anderen unterbrechen diese Signale das unerwünschte Verhalten deines Hundes meist dauerhaft, da du ihm eine Alternative anbietest.

Am Beispiel der Schuhkauaktion könntest du deinem Hund zum Beispiel ein Ausgabesignal geben und ihm dann einen Kauartikel anbieten. Du hast das Verhalten deines Hundes also unterbrochen und ihm gleichzeitig eine Alternative geschaffen. So verfällt dein Hund nicht in Frust, sondern geht seiner alternativen Beschäftigung nach.

Verhalten unterbrechen in schwierigen Situationen

Befindet sich dein Hund in einer für ihn schwierigen Situation sind positive Verhaltensunterbrecher immer die bessere Wahl zum „Nein“. Nehmen wir an dein Hund sichtet einen fremden Menschen und knurrt diesen an, wissen wir an der Stelle, dass dein Hund im Konflikt ist. Unterbrichst du deinen Hund nun mit einem Signal, welches du positiv aufgebaut hast und ihm eine distanzvergrößernde Alternative anbietet (kehr um, Rückruf, touch, …), implizierst du zum einen sofort positive Gefühle und bietest ihm zum anderen eine Alternative an. Mehr zu diesem Thema liest du in meinem neuen Artikel „warum du knurren belohnen solltest“ demnächst.

Fazit

Halten wir also fest, dass „Nein“ keine sonderlich gute Methode ist, das aktuelle Verhalten deines Hundes zu unterbrechen, da es zum einen meist negative Gefühle impliziert, zum anderen keine Alternative anbietet und somit Frust schürt.

Besser unterbrichst du das Verhalten deines Hundes durch positiv aufgebaute Signale, die ihm eine Alternative anbieten. Achte darauf, dass das angebotene Verhalten in den Kontext passt.

So biete in beispielsweise ängstigenden oder aggressiven Situationen besser Signale an, die Distanz bringen. Ein Rückruf, ein Kehrtsignal eignen sich hierfür meist am besten.

In Situationen, in denen dein Hund beispielsweise Dinge im Fang hat, die er an sich nicht im Fang haben sollte eignet sich ein Ausgabesignal und eine alternative Kaubeschäftigung meist am besten.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wie du deinen Hund am sinnvollsten ernährst?

Wie du deinen Hund am sinnvollsten ernährst?

Interview mit Marco Prosche von der Barf-Küche Leipzig

Dass Wohlbefinden und Ernährung eng mit einander verbunden sind ist mittlerweile vielen Hundehaltern bekannt. Doch wie sieht es mit Verhalten und Ernährung aus? Kannst du das Verhalten deines Hundes durch die Ernährung verändern? Auf jeden Fall! Denn, die Ernährung ist der Motor des Körpers und nur ein gut laufender Motor kann Höchstleistungen bringen. Du fühlst dich nach einem gesunden Pausensnack sicher auch viel wohler und kannst konzentrierter arbeiten, als wenn das Mittagessen eben schnell an dem Fastfood Imbiss nebenan erledigt wurde, oder? Doch wie genau sieht eine gesunde Ernährung für deinen Hund aus? Gibt es ein universelles Rezept, dass für jeden Hund gut passt? Was musst du beachten und was kostet letztendlich eine gesunde Hundeernährung?

Ich möchte es genau wissen und stelle meine Fragen Marco Prosche von der Barf-Küche Leipzig. Mit nun bereits drei Filialen in Leipzig ist er der Fachmann in puncto Ernährung und steht mir Rede & Antwort.

Meine Frage:

Hallo Marco! Du hast mit der Barf-Küche Leipzig einen Trend aufgegriffen, der viele Hundehalter beschäftigt. Die artgerechte Rohfleischfütterung. Vor wenigen Jahren beschäftigten sich nur wenige Hundehalter mit der gesunden Alternative zum Fertigfutter. Der Wandel in den Köpfen ist nun spürbar. Viele Hundefreunde beschäftigen sich mit der Barf-Ernährung und möchten ihren Hund so gesund wie möglich ernähren. Wie kam es dazu, dass du die Barf-Küche Leipzig ins Leben gerufen hast und den Hundefreunden in und um Leipzig täglich Rede und Antwort zu allen Ernährungsfragen rund um ihren Hund stehst?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

2011 hatte ich das Glück als Vertriebspartner für einen Barf-Anbieter arbeiten zu können. Wir wollten zusammen die artgerechte Ernährung an den Hunde- und Katzenhalter bringen und entwickelten hierzu verschiedene Konzepte zum Vertrieb. Eines davon war die Eröffnung eines Geschäftes auf 36m² in Leipzig Gohlis. Dieses war der allererste Shop im Bereich Barf und wurde von mir als Geschäftsführer geleitet. Bereits 2012 mussten wir uns aufgrund der hohen Nachfrage vergrößern und mieteten ein Ladengeschäft mit der 3-fachen Größe auf der anderen Straßenseite. 2013 wollte ich schließlich andere Wege gehen und mich weiter entwickeln. Daher entschied ich mich für die Übernahme des Shops, verließ den Barf-Anbieter und fand in den Futtermachern meinen neuen Barf-Partner mit einer sehr hohen Produktqualität und Liefertreue.

Meine Frage:

Die Barf-Ernährung gilt als artgerecht. Welche Grundsätze einer natürlichen Hundeernährung werden hier zugrunde gelegt? Können wir als gesunde Referenzernährung die Ernährung des Wolfes in Betracht ziehen, oder sind die natürlichen Speisepläne von Wolf und Hund durch die Domestikation nicht mehr vergleichbar?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

Hierzu muss ich sagen gehen die Meinungen auseinander. Der eine Teil füttert gern mit Obst/Gemüse/Pansen. Ein weiterer Teil möchte zur Unterstützung noch natürliche Nahrungszusätze zugeben und dann gibt es noch den Teil, der die Prey-Methode für sich entdeckt hat. Ich als Inhaber der Barf-Küche biete als zertifizierter Fachhändler für alle Fütterungsmethoden Produkte an.

Ich persönlich vertrete die Meinung, dass der Hund ein Carnivore (Fleischfresser) ist. Es gibt trotz der Domestikation sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Wolf und dem Hund, sodass ich eine Anlehnungen an die Ernährung des Wolfes für unsere Hunde für gesund und artgerecht halte.

Info: Die Prey-Methode oder auch »Prey model raw« basiert – stärker als Barf – auf der Idee, den Hund mit einem voll­stän­di­gen Beu­te­tier zu ernäh­ren, wie er es in freier Wild­bahn eben­falls erlegen würde. Daher auch der Name »Prey«, was der eng­li­sche Begriff für Beute(tier) ist. Es wird davon aus­ge­gan­gen, dass sich ein nor­ma­les Beu­te­tier, wie es ein Wolf oder auch eine größere Wild­katze erlegen würde, aus 80 bis 85% Mus­kel­fleisch und anderen Kör­per­tei­len wie Haut, Federn und Fell, 10 bis 15% fress­ba­ren Knochen und 5 bis 10% Inne­reien (davon etwa die Hälfte Leber) zusam­men­setzt. Anders als bei der Barf-Rati­ons­be­rech­nung werden außer diesen Bestand­tei­len keine wei­te­ren Zusätze wie Obst, GemüseMilch­pro­dukte oder Öle ver­füt­tert. Die Tages­ge­samt­ra­tion wird wie beim Barfen mit 2 bis 3% des Kör­per­ge­wichts berech­net.

Quelle: https://www.vitaler-hund.de/ernaehrung/prey-methode/

Meine Frage:

Gibt es ein universell anwendbares Rezept, welches für jeden Hund anwendbar und sinnvoll ist, oder variieren die Zusammensetzungen der Ernährungspläne von Hund zu Hund?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

Wir als zertifizierte Ernährungsberater legen in unseren Fachgeschäften den interessierten Haltern eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ans Herz, welche durch die Zugabe natürlicher Zusätze ergänzt wird. Denn immerhin sind nun wir als Halter für die Ernährung unseres Vierbeiners verantwortlich, da es unseren Hunden als Beutegreifer nicht mehr möglich ist sich selbstständig zu ernähren. Natürlich gibt es von Hund zu Hund oder von Rasse zu Rasse individuelle Unterschiede, die es in einem kostenfreien Beratungsgespräch zu erkennen und realisieren gilt.

Meine Frage:

Wie erstelle ich als Hundehalter den idealen Plan für meinen Hund und wann muss ich den Futterplan neu überdenken? Welche Zeichen meines Hundes kann ich wahrnehmen, die dafür sprechen, dass der aktuelle Futterplan neu berechnet werden muss?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

Das Team der Barf-Küche gehört nicht zu den Befürwortern von berechneten Futterplänen. Wie bereits erwähnt raten wir zu einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung, angelehnt an die Ernährung der Wolfes und der rennt ja auch nicht mit einem Futterplan durch den Wald. Wir legen bei uns daher sehr viel wert auf eine gesunde und intakte Darmflora und ein starkes Immunsystem. Gleichzeitig bieten wir nun schon bereits seit 2014 unseren Kunden die Kontrolle von Kot über unser Partner Labor Vetscreen an und seit Ende 2015 sogar einen Fell-Mineral-Screen. Wenn man die Ergebnisse aller Kotproben und aller Fell-Mineral-Screens zusammenfasst, liegen wir mit unserem Konzept genau richtig. Auch wenn es sicherlich nun viele kritische Meinungen geben wird.

Meine Frage:

Wie verhält sich die Sache mit den Kohlehydraten und den Eiweißen im Futter? Ist es ratsam diese getrennt von einander zu füttern, um eine ideale Verstoffwechselung zu garantieren?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

Das richtet sich nach dem gesundheitlichen Befinden des Hundes. Ich persönlich bin kein großer Fan von Kohlenhydraten, aber wenn am Wochenende mal eine Kartoffel oder eine Hand voll Nudeln übrig sind gebe ich diese lieber meinen Hunden, als dass ich Sie fortwerfe. Lieber bevorzuge ich aufgrund Ihrer Nahrhaftigkeit die Süßkartoffel, welche bei uns in einigen Sorten bereits enthalten ist.

Meine Frage:

Leider scheuen sich viele Hundehalter vor der Rohfütterung, aus Angst ihren Hunden nicht alle Nährstoffe über das Futter geben zu können, die sie dringend benötigen. Die Rede in verschiedenen Lektüren ist oftmals von Zugaben etlicher Zusätze wie Öle, Spurenelemente, Bierhefe, Grünlippmuschelextrakt, Algenkalk und Co. Doch welche Zusätze sind wirklich sinnvoll?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

Einige wichtige Zusätze hast Du schon aufgezählt, wie bereits weiter oben schon erläutert achten wir auf eine gesunde Darmflora und die Stärkung des Immunsystems, dadurch ist der Hund in der Lage sich selbst von innen nach außen zu genesen. Man muss auch keine Angst vor dem Barfen haben, der Halter sollte sich nur in einem zertifizierten Fachgeschäft zur bedarfsgerechten Ernährung beraten lassen.

Meine Frage:

Die Rohfleischfütterung wird häufig als zu teuer befürchtet. Mit welchen Kosten muss als Halterin eines 45kg schweren, kastrierten, mittelmäßig aktiven, gesunden Rhodesian Ridgeback Rüden ohne Allergien rechnen?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

Es kommt drauf an, ob du mit 2% oder mit 3% vom Körpergewicht füttern möchtest. Weiterhin muss du entscheiden, ob du deinen Hund vollbarfen oder teilbarfen möchtest. Ich kann jedem interessierten Halter das Barfen empfehlen, auch wenn es gegenüber dem industriellen Futter etwas teurer ist (zumindest auf den ersten Blick).

Um deine Frage zu beantworten – für deinen Hund musst du im Monat mit ca. 200-215 EUR rechnen. Aber man sollte eines nicht vergessen:

Je gesünder du deinen Hund ernährst, desto gesünder lebt dieser und umso länger kannst du Spaß mit ihm haben. 

Eine lebenslange Fehlernährung durch minderwertige Fertigfuttermittel zieht all zu oft kostspielige gesundheitliche Defizite nach sich (Zahnstein, stumpfes Fell, Bauchschmerzen, Gelenkprobleme, Verhaltensstörungen, …)

Meine Frage:

Da das Fleisch tiefgekühlt gelagert werden muss stellt sich nicht zuletzt natürlich auch die Frage der Organisation. Ist eine Barf-Fütterung nur eine Option für Menschen mit eigenem Kühlhaus?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

Es ist völlig ausreichend, wenn man ein handelsübliches Tiefkühlfach oder eine Tiefkühltruhe in Abhängigkeit von der Größe des Haustieres und dem eigenen Einkaufsverhalten zur Verfügung hat.

Meine Frage:

Welche Optionen gibt es, wenn ich meinen Hund aufgrund von Allergien oder Unverträglichkeiten nicht roh füttern kann? Sind Fertigfuttermittel partout minderwertiger, oder gibt es auch hier Unterschiede? Worauf muss ich achten?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

In solchen Fällen hat ein Halter die Möglichkeit alternative Produkte zu erwerben, um den Hund zwar artgerecht aber nicht roh zu ernähren. Für den Verdachtsfall, dass ein Hund auf diverse Bestandteile allergisch reagiert, bieten wir eine Ausschlussdiät, verbunden mit einer Darm- und Organreinigung an, um den Hund auf ein individuelles Level bringen zu können. In den meisten Fällen führen die Hunde anschließend ein nahezu beschwerdefreies Leben. Von Ausschlussdiäten mit diversen Trockenfuttern rate ich aus persönlicher Erfahrung ab.

Meine Frage:

Ab welchem Alter ist es sinnvoll mit der Barf-Fütterung zu beginnen? Sollte ich das Futter, welches mein Hund beim Vorbesitzer oder Züchter erhalten hat erst einmal weiter füttern, oder kann ich gleich umstellen?

Marco (Barf-Küche Leipzig):

Ich habe meinem Riesenschnauzer Mischling ab der 8. Woche – sprich ab Einzug bei uns – mit rohen Fleisch ernährt und ihr werdet es kaum glauben, sie ist damals über den Napf hergefallen, ist heute bereits 5 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit.

Meine Fazit:

Abschließend lässt sich also sagen, dass die Barf-Ernährung die artgerechteste Ernährungsform für unsere Hunde ist. Du solltest jedoch einen kompetenten Ernährungsexperten bitten einen Futterplan für deinen Hund zu erstellen, damit du eine Unterversorgung ausschließen kannst. Auch Hunde mit Unverträglichkeiten und Allergien können roh gefüttert werden, wenn du von deinem Tierarzt, oder der Barf-Küche abklären lässt, welche Dinge nicht gut für deinen Hund sind. Da bereits Welpen roh gefüttert werden können steht einer gesunden Ernährung ein Hundeleben lang also nichts mehr im Wege.

Vielen lieben Dank Marco Prosche für das aufschlussreiche Interview.

Ich wünsche dir weiterhin viel Freude bei deiner Arbeit und gratuliere dir zum ersten Geburtstag der dritten Barf-Küche Filiale am Gutenbergplatz.

Warum du deinen Hund mit Markersignalen erfolgreicher trainierst.

Warum du deinen Hund mit Markersignalen erfolgreicher trainierst.

Hast du dich auch schon einmal gefragt, ob du deinen Hund noch effektiver trainieren könntest? Ob du mit weniger Aufwand einen größeren Erfolg erzielen könntest? Und, wenn ja, wie?

Die Antwort ist so einfach wie genial – das Markersignal.

Markersignal – was ist das?

Ein Markersignal ist ein Brückensignal zwischen Verhalten und folgender Belohnung. Dein Hund kann also  mittels Markersignal eine Verhaltenssequenz und eine Belohnung in Zusammenhang bringen. Heißt also, wenn du deinen Hund markierst, wenn dieser sitzt und du anschließend seine Belohnung zückst, weiß dein Hund durch das Markersignal für welche Verhaltenssequenz er nun eine Belohnung erhalten hat.

Das weiß er auch so?

Gut, anderes Beispiel. Du trainierst eine Robbe. Sie soll lernen mit der Nase einen in der Luft hängenden Ball zu berühren. Du schickst deine Robbe vom Beckenrand aus los. Sie taucht ab, fixiert den Ball, springt aus dem Wasser, berührt den Ball, fällt ins kühle Nass zurück, schwimmt zurück zum Beckenrand, wo du bereits mit einem Fisch auf sie wartest.

Die Robbe erhält den Fisch, doch kann sie auch exakt zuordnen für welche Verhaltenssequenz es den Fisch gab? Fürs Tauchen? Fürs Schwimmen? Fürs Springen? Fürs Berühren des Balls? Oder fürs zu dir zurück Schwimmen? Die Robbe kann den Fisch nicht exakt einer Verhaltenssequenz zuordnen. Das Training wird an dieser Stelle zäh, denn möchtest du eine Sequenz in dieser Kette verändern ist dies ohne Markersignal nur sehr schwer möglich.

neonfarbener Textmarker

Ich stelle mir das Verhalten meines Hundes immer wie ein Buch vor. In diesem Buch steht all das Verhalten, was er den ganzen Tag über so zeigt – wie er sich verhält. In meinem Buch steht also zum Beispiel:

Hund sieht eine Katze

Hund spitzt die Ohren und orientiert sich zur Katze

Hund schleicht sich an Katze heran

Hund springt mit einem Satz Richtung Katze

All das sind kleine Sequenzen des Verhaltens meines Hundes. Das Buch deines Hundes sieht sicher ähnlich aus. Wenn du nun ein ganz bestimmtes Verhalten verstärken möchtest, also öfter sehen möchtest, kannst du dieses mittels Markersignal markieren und belohnen. Wenn dein Hund die Belohnung dann auch noch als belohnend empfunden hat kannst du das gewünschte Verhalten sogar verstärken.

Ein Beispiel: Dein Hund soll lernen in einen Wäschekorb zu steigen.

Du schickst deinen Hund Richtung Korb – er läuft darauf zu und steigt hinein. Genau jetzt setzt zu deinen neonfarbenen Textmarker (dein Markersignal) ein und teilst deinem Hund so mit, wofür er sich nun bei dir ein Leckerli abholen darf. Durch das Markersignal bist du also absolut klar für deinen Hund. Das wiederum macht dein Training um ein Vielfaches effektiver, da dein Hund deutlich weniger Wiederholungen benötigt, um zu verstehen, was du von ihm erwartest.

Aufbau

Dein Hund versteht den Sinn des Markersignals in der Regel sehr schnell, da er beim Aufbau nichts falsch machen kann. Die Verknüpfung Markersignal heißt Belohnung entsteht durch die klassische Konditionierung. Dein Hund kann sich gegen diese Verknüpfung also gemeiner Weise nicht wehren. Du gibst dein Markersignal, wenn dein Hund dich anschaut und lässt unmittelbar danach eine Belohnung für deinen Hund folgen. Dies wiederholst du in verschiedenen Situationen und an verschiedenen Orten. Das Markersignal kündigt nun also eine Belohnung an.

Als Markersignal kannst du alles das verwenden, was du sonst niemals verwendest. Ich persönlich verwende primär ein Markerwort, habe mir jedoch auch einen Klicker aufgebaut, um meinen Hund markieren zu können.

Auch Zungenschnalzen, Fingerschnipsen und andere kreative Dinge kannst du als Signal aufbauen.

Vorsicht Haken

Wenn du folgende Fallen vermeidest kommst du schnell ans Ziel:

  1. Beginne deine Belohnung erst NACH dem Markersignal 

Bereits das Greifen in die Tasche, oder das Öffnen des Reißverschlusses zum geliebten Spielzeug ist  Belohnungssequenz!!

  1. Lass dem Markersignal nur tatsächlich belohnende Dinge folgen 

Empfindet dein Hund streicheln, oder Stöckchen werfen wirklich als toll? Teste dies am Besten erst einmal ohne Markersignal und entscheide dann. Oftmals sind Belohnungen auch situationsabhängig.

  1. Timing 

Lass die Belohnungssequenz binnen 2 Sekunden nach dem Markersignal folgen, damit dein Hund eine Verknüpfung zwischen beidem herstellen kann.

  1. Klicker oder Wort 

Bei geräuschempfindlichen Hunden entscheidest du dich besser für ein Markerwort an Stelle des Klickers. Dieser wirkt leider oft hemmend bei Hunden mit Geräuschangst.

5.    passende Belohnung 

Dein Hund dreht sich nach dem Signal nicht zu dir um? In diesem Fall ist entweder die Situation zu schwer für ihn, oder deine Belohnung nicht passend.

6.    just for information

Das Markersignal kündigt lediglich eine Belohnung an – es enthält nur die Information einer folgenden Belohnung für deinen Hund und stellt keine eigentliche Belohnung dar. Verwende das Markersignal niemals ohne Belohnung, da somit die Wirkung der Ankündigung verloren geht.

Gutes Timing

Die Verwendung von Markersignalen ist relativ fehlertolerant, da du über Belohnung arbeitest. Möchtest du jedoch effektiv trainieren ist ein gutes Timing unerlässlich.

Mit dem Timing steht und fällt dein Erfolg.

Wenn du an unser Verhaltensbuch denkst ist es wichtig, dass du eben genau in die Verhaltenssequenz markierst, die du tatsächlich markieren wolltest und nicht zu früh oder zu spät.

Ein Beispiel – du möchtest deinem Hund beibringen seine Nase an deine Hand zu stupsen (touch). Du bietest deinem Hund deine Hand an und dieser stupst mit seiner Nase gegen diese. Markierst du nun zu spät, wenn dein Hund die Nase schon wieder von der Hand gelöst hat, sagst du ihm „prima, genau das möchte ich – nimm die Nase weg von der Hand“. Im weiteren Verlauf wird dein Hund also gar nicht mehr zur Hand gehen, sondern wegschauen, sobald du ihm deine Hand anbietest. Was später stark nach Meideverhalten aussehen kann, ist einfach durch einen Fehler beim Aufbau passiert. Der Hund dreht sich weg von der Hand, weil das Timing im Aufbau ungünstig war.

Training

Am besten hast du dein Markersignal ab sofort überall dabei, um deinem Hund sagen zu können was du gut findest und gern öfter sehen möchtest.

Dinge, die belohnt werden, werden von Natur aus lieber und somit öfter gezeigt.

Egal was du deinem Hund beibringen möchtest, das Markersignal hilft dir missverständnisfrei mit deinem Vierbeiner kommunizieren zu können.

Gutes Verhalten – wo bist du?

Es kann sein, dass dein Hund aktuell mehr Verhalten zeigt, was dich zur Weißglut treibt als Verhalten, was du belohnen möchtest. Aber ich kann dich beruhigen, denn jedes Tier und auch wir Menschen zeigen gutes Verhalten, was belohnenswert ist.

Was macht dein Hund bevor er kläffend in der Leine steht?

– Nicht bellen und nicht ziehen?

Was macht dein Hund bevor er morgens deine Schuhe zerkaut?

– In seinem Körbchen liegen?

Was macht dein Hund bevor er das Nachbarskind anspringt?

– Das Nachbarskind anschauen?

Genau! Um diese kleinen Zeitfenster geht es im Training. Nutze diese noch so kleinen Fenster, um deinen Hund zu markieren und zu belohnen.

Denn bevor ein Hund unerwünschtes Verhalten zeigt, zeigt er ein gutes Verhalten. Hier ist gutes Timing gefragt, aber Übung macht bekanntlich den Meister.

Vorteile eines Markersignals

Markersignale sind positiv aufgebaute Signale. Das heißt sie werden mit positiven Dingen assoziiert und lösen unweigerlich positive Gefühle aus. Dies kannst du nutzen als:

  • positiver Verhaltensunterbrecher
  • Verhaltensabbruch
  • Kooperationssignal mit dir
  • Ankündigung einer positiven Konsequenz durch dich
  • Auslöser für positive Gefühle

Fazit

Ein Markersignal ist im effektiven Tiertraining nicht mehr weg zu denken. Es vermittelt deinem Hund positive Gefühle, lässt euch missverständnisfrei kommunizieren und senkt die nötige Wiederholungsrate einer Übung um ein Vielfaches.

Kurz um – mit einem gut aufgebautem Markersignal trainierst du deinen Hund erfolgreicher und um einiges konstruktiver als ohne. Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren.

Geschirr anziehen

Es ist morgens 08:00, Sie sind noch verschlafen und wollen nur schnell vor dem Frühstück mit Ihrem Hund die erste Pullerrunde erledigen. Fänden Sie es schön, wenn Ihr Hund diesen Plan nicht nur freudig teilen, sondern sich auch sein Geschirr unkompliziert anziehen lassen würde?  (mehr …)