Ressourcenverteidigung

Ressourcenverteidigung

Hast du deinen Hund schon einmal gebeten dir eine Ressource wie zum Beispiel einen Kauknochen oder einen Ball auszugeben? 

Wenn sich dieses Vorhaben für dich unkompliziert gestaltet hat, wirst du wahrscheinlich nicht weiter über die Hintergründe des Ausgebens nachgedacht haben. Hat dein Hund dir seinen Knochen jedoch nicht ohne Murren überlassen und dich vielleicht sogar angeknurrt oder im schlimmsten Fall nach dir geschnappt, machst du dir vermutlich Gedanken über die beschriebene Situation und hast möglicherweise auch schon nach guten Ratschlägen Ausschau gehalten.

Juhu, ein Welpe zieht ein  – die Sache, mit dem Alleine bleiben

Juhu, ein Welpe zieht ein – die Sache, mit dem Alleine bleiben

Der Einzug eines Welpen ist meist mit einer großen Freude aller Beteiligten verbunden. Die meisten frisch gebackenen Welpeneltern nehmen sich 2 Wochen Urlaub, um der kleinen Fellnase die Eingewöhnung an das neue Zuhause zu erleichtern. Häufig nehmen sich die Zweibeiner sogar 2 Wochen versetzt Urlaub, sodass der Welpe durchgängig 4 Wochen Betreuung durch seine neuen Eltern erfährt.

In dieser ersten Zeit lernen sich beide Seiten kennen und meist auch lieben – erste Spielzeuge werden gekauft, das Lieblingsfutter des kleinen Rackers wird 3 Mal am Tag liebevoll in den Napf gefüllt, es wird gekuschelt und geschmust und jede Stunde wird der kleine Hund auf die Wiese gesetzt, damit er so schnell wie möglich stubenrein wird. Kurzum – ein perfektes Hundeleben.

Doch was passiert, wenn die ersten 4 Wochen der Eingewöhnung vorüber sind? Der normale Alltag hält Einzug und der kleine nun meist erst 12 Wochen alte Welpe wird zum ersten Mal allein gelassen. 

Nicht selten berichten die Welpeneltern in der 3. oder 4. Welpenstunde, dass das Hundebaby in der vergangenen Woche schon schön allein geblieben ist. Auf mein Nachfragen hin, über wieviele Stunden Alleinbleiben wir gerade sprechen, klären mich die Welpeneltern dann auf, dass sie nun wieder arbeiten gehen und es das kleine Fellknäuel schon schafft, den ganzen Tag (6 bis manchmal 9 Stunden) ohne Probleme allein zu bleiben. 

Die Freude darüber kann ich an dieser Stelle leider nicht teilen und kläre „meine“ Welpeneltern auf…

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Warum Mantrailing deinem (ängstlichen) Hund helfen kann

Warum Mantrailing deinem (ängstlichen) Hund helfen kann

Ein sehr häufiger Anlass meines Jobs ist es, die Ängstlichkeit bei Hunden in bessere Bahnen zu lenken. Ihnen so gut wie möglich die Ängste zu nehmen, Lösungsstrategien zu zeigen und dem jeweiligen Hund-Menschen Team den Alltag wieder ein Stück lebenswerter zu machen. Ängste bei Hunden sind leider nicht selten. Hervorgerufen durch schlechte oder keine Erfahrungen, Überforderung, Schreckerfahrungen, Krankheiten und vieles andere. Die Ängste sind meist weitreichend und ziehen große Kreise. Eine konkrete Angst vor bestimmten Reizen wie anderen Hunden, fremden Menschen oder klappernden Fahrrädern treibt viele Hundehalter nicht selten in die Verzweiflung.

Im besten Fall beginnt hier schließlich ein kleinschrittiges und geduldiges Training mit dem lieben Vierbeiner und seinem Menschen.

Gegenkonditionierung

Das Training gegen die Angst sieht in der Regel eine Gegenkonditionierung vor, welche darauf abzielt, die negativ konditionierten Reize umzukonditionieren.

Das heißt – ein Reiz ist aktuell für deinen Hund vielleicht negativ verknüpft …

Mensch heißt:

1. mein Mensch nimmt die Leine kurz

2. der fremde Mensch kommt mir zu nah

3. ich habe Angst und kann nicht weg)

… und soll nun positiv verknüpft werden zu

  1. mein Mensch weicht mit mir aus
  2. ich bekomme ein Leckerli
  3. mein Mensch lässt die Leine locker

Denn erst, wenn der negativ verknüpfte Reiz positive Gefühle auslöst kann das eigentliche Training erst beginnen. (siehe auch:

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Wie du in Konflikten unter Hunden am besten reagierst?

Wie du in Konflikten unter Hunden am besten reagierst?

Hast du das auch schon einmal gehört: „Hunde klären das unter sich?“ Gemeint ist hier die Konfliktlösung unter Hunden im sozialen Kontext. Eine Vielzahl an Hundehaltern geht davon aus, dass man Streitigkeiten unter Hunden nicht unterbrechen sollte. Man soll die Hunde ihre Konflikte selbst austragen lassen. Doch ist das wirklich eine gute Idee? Sollte man Hunden diese große Aufgabe übertragen und vor allem – sind Hunde überhaupt fähig diese soziale Herausforderung zu bewältigen?

Konflikte

Beginnen wir zunächst einmal damit zu klären was ein Konflikt eigentlich ist. Es gibt eine Vielzahl an Kategorien, in die man Konflikte einteilen kann. Konflikte unter Hunden fallen in die Kategorie „intraspezifische Konflikte“, weil sie zwischen zwei Vertretern der selben Art bestehen. Konflikte, ob mit sich selbst (soll ich hin- oder weglaufen) oder zwischen mindestens zwei Individuen definieren sich immer durch konkurrierende Motivationen. Das heißt – Hund 1 möchte seinen Knochen kauen – Hund 2 jedoch mit Hund 1 spielen. Diese beiden Motivationen konkurrieren miteinander. Sie sind nicht miteinander zu vereinbaren.

Der Idealfall sieht so aus – beide Hunde können als hochgradig sozial kompetent beschrieben werden. Sie besitzen die Fähigkeit sehr fein mit anderen Hunden zu kommunizieren. Jegliche Beschwichtigungs- oder Konfliktzeichen des Gegenübers werden sofort erkannt und der sozial kompetente Hund antwortet sofort mit Deeskalation hierauf. Konflikte zwischen beiden Hunden würden so im Keime erstickt werden – dieser Idealfall würde dazu führen, dass man Hunde tatsächlich „machen lassen“ könnte. Diese Hunde würden unsere Hilfe nicht benötigen, um eine Konfliktlösung zu erzielen, die für alle Seiten annehmbar wäre. Dies ist jedoch die absolute Ausnahme. Seltener kann man diesen beschriebenen Idealfall bei sich fremden Hunden, öfter bei sich bekannten Hunden beobachten.

Die Realität sieht jedoch etwas anders aus. Im wahren Leben treffen Hunde unterschiedlicher Herkunft, Erziehung, Hintergründe, Motivationen, Erfahrungen, … aufeinander. Hinzu kommt, dass Hunde meist fremd aufeinander treffen. Sie kennen das Gegenüber oftmals nicht. Sie können somit nicht aus Erfahrungen schöpfen und gehen von vorn herein mit einem gewissen Sicherheitsaspekt in Konflikte. Jeder Hund hat seine eigenen Baustellen – sei es die Ressourcenverteidigung (alles meins); die Angst vor großen Hunden; die Jagdmotivation, wenn ein kleiner Hund schnell wegläuft; das Bedürfnis nach großer Distanz zu Menschen; …

All diese Motivationen und Erfahrungen beeinflussen unsere Hunde. In wieweit uns fremde Hunde gelernt haben mit Konflikten umzugehen wissen wir nicht und pokern somit hoch, wenn wir unseren Hund nicht unterstützen.

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Warum du Knurren belohnen solltest

Warum du Knurren belohnen solltest

Wenn ein Hund knurrt schrillen bei den meisten Hundehaltern die Alarmglocken.

Knurren wird meist mit unvertretbarer Aggression assoziiert und oftmals nicht toleriert.

Ein Hund der knurrt hat hierfür jedoch seine Gründe, die es gilt zu analysieren und zu verstehen. Nur allzu oft wird dieses Element der hundlichen Kommunikation falsch verstanden, als „böse“ deklariert und versucht aus dem „Wortschatz“ des Hundes zu verbannen.

Leider empfinden viele Hundehalter das Knurren des eigenen Hundes als persönlichen Angriff gegen sich, sobald es an diesen adressiert ist und fühlen sich gekränkt und untergraben. Doch was ist Knurren überhaupt, was möchte der Hund uns damit sagen und wie verhältst du dich am sinnvollsten in einer solchen Situation?

Zunächst einmal sollten wir uns anschauen was Knurren tatsächlich ausdrückt.

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Warum du „Nein“ vermeiden solltest

Warum du „Nein“ vermeiden solltest

Sicher kennst du die Situationen in denen dein Hund Beschäftigungen nachgeht, die du nicht akzeptieren möchtest. So zum Beispiel, wenn dein Hund völlig selbstlos die frisch eingesetzten Blumenzwiebeln aus der Erde befreit, der Wäsche von der Leine hilft, oder kontrolliert, ob du den  Müll richtig sortiert hast und diesen im Wohnzimmer verteilt.

In diesen Situationen kommt vielleicht auch dir ein scharfes „Nein“ über die Lippen. Ziel ist es meist, dass der Hund sein Verhalten sofort abbricht. Prinzipiell kannst du dir natürlich jedes Wort unter Signal stellen, jedoch wird das „Nein“ meist lediglich als Ankündigung einer Strafe unbewusst aufgebaut. Doch ist diese Art des Verhaltensabbruchs sinnvoll? Lernt dein Hund hierbei das gezeigte Verhalten zukünftig zu unterlassen? Gibt es vielleicht konstruktivere Methoden ein unerwünschtes Verhalten abzubrechen?

Bevor wir diese Fragen beantworten klären wir zunächst erst einmal die Frage nach Abbruchsignalen. Was ist ein Abbruchsignal?

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