Hast du dich auch schon einmal gefragt, ob du deinen Hund noch effektiver trainieren könntest? Ob du mit weniger Aufwand einen größeren Erfolg erzielen könntest? Und, wenn ja, wie?

Die Antwort ist so einfach wie genial – das Markersignal.

Markersignal – was ist das?

Ein Markersignal ist ein Brückensignal zwischen Verhalten und folgender Belohnung. Dein Hund kann also  mittels Markersignal eine Verhaltenssequenz und eine Belohnung in Zusammenhang bringen. Heißt also, wenn du deinen Hund markierst, wenn dieser sitzt und du anschließend seine Belohnung zückst, weiß dein Hund durch das Markersignal für welche Verhaltenssequenz er nun eine Belohnung erhalten hat.

Das weiß er auch so?

Gut, anderes Beispiel. Du trainierst eine Robbe. Sie soll lernen mit der Nase einen in der Luft hängenden Ball zu berühren. Du schickst deine Robbe vom Beckenrand aus los. Sie taucht ab, fixiert den Ball, springt aus dem Wasser, berührt den Ball, fällt ins kühle Nass zurück, schwimmt zurück zum Beckenrand, wo du bereits mit einem Fisch auf sie wartest.

Die Robbe erhält den Fisch, doch kann sie auch exakt zuordnen für welche Verhaltenssequenz es den Fisch gab? Fürs Tauchen? Fürs Schwimmen? Fürs Springen? Fürs Berühren des Balls? Oder fürs zu dir zurück Schwimmen? Die Robbe kann den Fisch nicht exakt einer Verhaltenssequenz zuordnen. Das Training wird an dieser Stelle zäh, denn möchtest du eine Sequenz in dieser Kette verändern ist dies ohne Markersignal nur sehr schwer möglich.

neonfarbener Textmarker

Ich stelle mir das Verhalten meines Hundes immer wie ein Buch vor. In diesem Buch steht all das Verhalten, was er den ganzen Tag über so zeigt – wie er sich verhält. In meinem Buch steht also zum Beispiel:

Hund sieht eine Katze

Hund spitzt die Ohren und orientiert sich zur Katze

Hund schleicht sich an Katze heran

Hund springt mit einem Satz Richtung Katze

All das sind kleine Sequenzen des Verhaltens meines Hundes. Das Buch deines Hundes sieht sicher ähnlich aus. Wenn du nun ein ganz bestimmtes Verhalten verstärken möchtest, also öfter sehen möchtest, kannst du dieses mittels Markersignal markieren und belohnen. Wenn dein Hund die Belohnung dann auch noch als belohnend empfunden hat kannst du das gewünschte Verhalten sogar verstärken.

Ein Beispiel: Dein Hund soll lernen in einen Wäschekorb zu steigen.

Du schickst deinen Hund Richtung Korb – er läuft darauf zu und steigt hinein. Genau jetzt setzt zu deinen neonfarbenen Textmarker (dein Markersignal) ein und teilst deinem Hund so mit, wofür er sich nun bei dir ein Leckerli abholen darf. Durch das Markersignal bist du also absolut klar für deinen Hund. Das wiederum macht dein Training um ein Vielfaches effektiver, da dein Hund deutlich weniger Wiederholungen benötigt, um zu verstehen, was du von ihm erwartest.

Aufbau

Dein Hund versteht den Sinn des Markersignals in der Regel sehr schnell, da er beim Aufbau nichts falsch machen kann. Die Verknüpfung Markersignal heißt Belohnung entsteht durch die klassische Konditionierung. Dein Hund kann sich gegen diese Verknüpfung also gemeiner Weise nicht wehren. Du gibst dein Markersignal, wenn dein Hund dich anschaut und lässt unmittelbar danach eine Belohnung für deinen Hund folgen. Dies wiederholst du in verschiedenen Situationen und an verschiedenen Orten. Das Markersignal kündigt nun also eine Belohnung an.

Als Markersignal kannst du alles das verwenden, was du sonst niemals verwendest. Ich persönlich verwende primär ein Markerwort, habe mir jedoch auch einen Klicker aufgebaut, um meinen Hund markieren zu können.

Auch Zungenschnalzen, Fingerschnipsen und andere kreative Dinge kannst du als Signal aufbauen.

Vorsicht Haken

Wenn du folgende Fallen vermeidest kommst du schnell ans Ziel:

  1. Beginne deine Belohnung erst NACH dem Markersignal 

Bereits das Greifen in die Tasche, oder das Öffnen des Reißverschlusses zum geliebten Spielzeug ist  Belohnungssequenz!!

  1. Lass dem Markersignal nur tatsächlich belohnende Dinge folgen 

Empfindet dein Hund streicheln, oder Stöckchen werfen wirklich als toll? Teste dies am Besten erst einmal ohne Markersignal und entscheide dann. Oftmals sind Belohnungen auch situationsabhängig.

  1. Timing 

Lass die Belohnungssequenz binnen 2 Sekunden nach dem Markersignal folgen, damit dein Hund eine Verknüpfung zwischen beidem herstellen kann.

  1. Klicker oder Wort 

Bei geräuschempfindlichen Hunden entscheidest du dich besser für ein Markerwort an Stelle des Klickers. Dieser wirkt leider oft hemmend bei Hunden mit Geräuschangst.

5.    passende Belohnung 

Dein Hund dreht sich nach dem Signal nicht zu dir um? In diesem Fall ist entweder die Situation zu schwer für ihn, oder deine Belohnung nicht passend.

6.    just for information

Das Markersignal kündigt lediglich eine Belohnung an – es enthält nur die Information einer folgenden Belohnung für deinen Hund und stellt keine eigentliche Belohnung dar. Verwende das Markersignal niemals ohne Belohnung, da somit die Wirkung der Ankündigung verloren geht.

Gutes Timing

Die Verwendung von Markersignalen ist relativ fehlertolerant, da du über Belohnung arbeitest. Möchtest du jedoch effektiv trainieren ist ein gutes Timing unerlässlich.

Mit dem Timing steht und fällt dein Erfolg.

Wenn du an unser Verhaltensbuch denkst ist es wichtig, dass du eben genau in die Verhaltenssequenz markierst, die du tatsächlich markieren wolltest und nicht zu früh oder zu spät.

Ein Beispiel – du möchtest deinem Hund beibringen seine Nase an deine Hand zu stupsen (touch). Du bietest deinem Hund deine Hand an und dieser stupst mit seiner Nase gegen diese. Markierst du nun zu spät, wenn dein Hund die Nase schon wieder von der Hand gelöst hat, sagst du ihm „prima, genau das möchte ich – nimm die Nase weg von der Hand“. Im weiteren Verlauf wird dein Hund also gar nicht mehr zur Hand gehen, sondern wegschauen, sobald du ihm deine Hand anbietest. Was später stark nach Meideverhalten aussehen kann, ist einfach durch einen Fehler beim Aufbau passiert. Der Hund dreht sich weg von der Hand, weil das Timing im Aufbau ungünstig war.

Training

Am besten hast du dein Markersignal ab sofort überall dabei, um deinem Hund sagen zu können was du gut findest und gern öfter sehen möchtest.

Dinge, die belohnt werden, werden von Natur aus lieber und somit öfter gezeigt.

Egal was du deinem Hund beibringen möchtest, das Markersignal hilft dir missverständnisfrei mit deinem Vierbeiner kommunizieren zu können.

Gutes Verhalten – wo bist du?

Es kann sein, dass dein Hund aktuell mehr Verhalten zeigt, was dich zur Weißglut treibt als Verhalten, was du belohnen möchtest. Aber ich kann dich beruhigen, denn jedes Tier und auch wir Menschen zeigen gutes Verhalten, was belohnenswert ist.

Was macht dein Hund bevor er kläffend in der Leine steht?

– Nicht bellen und nicht ziehen?

Was macht dein Hund bevor er morgens deine Schuhe zerkaut?

– In seinem Körbchen liegen?

Was macht dein Hund bevor er das Nachbarskind anspringt?

– Das Nachbarskind anschauen?

Genau! Um diese kleinen Zeitfenster geht es im Training. Nutze diese noch so kleinen Fenster, um deinen Hund zu markieren und zu belohnen.

Denn bevor ein Hund unerwünschtes Verhalten zeigt, zeigt er ein gutes Verhalten. Hier ist gutes Timing gefragt, aber Übung macht bekanntlich den Meister.

Vorteile eines Markersignals

Markersignale sind positiv aufgebaute Signale. Das heißt sie werden mit positiven Dingen assoziiert und lösen unweigerlich positive Gefühle aus. Dies kannst du nutzen als:

  • positiver Verhaltensunterbrecher
  • Verhaltensabbruch
  • Kooperationssignal mit dir
  • Ankündigung einer positiven Konsequenz durch dich
  • Auslöser für positive Gefühle

Fazit

Ein Markersignal ist im effektiven Tiertraining nicht mehr weg zu denken. Es vermittelt deinem Hund positive Gefühle, lässt euch missverständnisfrei kommunizieren und senkt die nötige Wiederholungsrate einer Übung um ein Vielfaches.

Kurz um – mit einem gut aufgebautem Markersignal trainierst du deinen Hund erfolgreicher und um einiges konstruktiver als ohne. Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren.